Pressemitteilung des ADFC Dresden e.V.
Die Zahl der Fahrraddiebstähle in Sachsen ist laut aktuellen Zahlen des Landeskriminalamts im Jahr 2025 zwar zurückgegangen – das Problem bleibt jedoch auf hohem Niveau. Über 13.000 gestohlene Fahrräder und ein Schaden von mehr als 20 Millionen Euro zeigen: Fahrraddiebstahl ist weiterhin ein ernstzunehmendes Alltagsrisiko für Radfahrende.
Auch Dresden gehört weiterhin zu den besonders betroffenen Städten. Hier wurden im vergangenen Jahr 3.608 Fahrräder gestohlen. Gleichzeitig liegt die Aufklärungsquote bei lediglich zwölf Prozent. „Der leichte Rückgang darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Fahrraddiebstahl ein Massenphänomen bleibt“, sagt Nils Larsen, Vorstandsmitglied des ADFC Dresden. „Wer sein Fahrrad im Alltag nutzt, muss jederzeit damit rechnen, dass es gestohlen wird. Das ist ein echtes Mobilitätshindernis.“
Sichere Abstellanlagen ausbauen – Qualität verbessern
Aus Sicht des ADFC Dresden ist der Ausbau sicherer Fahrradabstellmöglichkeiten ein zentraler Hebel, um Diebstähle wirksam zu reduzieren. Neben mehr Kapazitäten brauche es vor allem qualitativ hochwertige Lösungen. „Wir brauchen deutlich mehr sichere Abstellanlagen und die zügige Umsetzung der geplanten Fahrradparkhäuser in Dresden“, so Larsen. „Gleichzeitig müssen Planungsfehler der Vergangenheit vermieden werden. Anlagen, die sich mit einfachem Werkzeug demontieren lassen – wie beispielsweise an der Prager Spitze – dürfen so nicht mehr gebaut werden.“
Leipziger Modell stärken – lange Wartezeiten abbauen
Ein wichtiger Ansatz ist aus Sicht des ADFC das sogenannte Leipziger Modell, bei dem Fahrradbügel im öffentlichen Raum beantragt werden können. Dieses Instrument müsse auch in Dresden konsequent gestärkt werden. Derzeit kommt es jedoch zu erheblichen Verzögerungen: Teilweise warten Antragstellende mehr als zwei Jahre auf die Umsetzung. „Das Leipziger Modell ist ein sinnvoller Ansatz, scheitert aktuell aber an fehlenden Ressourcen“, erklärt Larsen. „Hier braucht es mehr Personal und finanzielle Mittel in der Verwaltung, damit gute Ideen aus der Stadtgesellschaft nicht im Amt stecken bleiben.“
Codierung schützt und schreckt ab
Neben infrastrukturellen Maßnahmen setzt der ADFC auch auf Prävention. Eine wirksame Maßnahme ist die Fahrradcodierung mit einem Eigentümer-Identifikations-Nummer-Code (EIN-Code). Der ADFC Dresden bietet diese Codierung in den Sommermonaten alle zwei Wochen in seiner Geschäftsstelle an. „Codierte Fahrräder sind für Diebe deutlich unattraktiver und können im Falle eines Diebstahls leichter zugeordnet werden“, so Larsen. „Das ist einfach gemacht und hat schon vielen Fahrradeigentümern geholfen.“ Des Weiteren hat der ADFC-Bundesverband eine Checkliste zur Diebstahlvermeidung erarbeitet.
Mehr Engagement der Polizei notwendig
Angesichts der weiterhin niedrigen Aufklärungsquote fordert der ADFC zudem eine stärkere Fokussierung der Polizeiarbeit auf Fahrraddiebstahl. Dazu gehören aus Sicht des Verbands mehr spezialisierte Ermittlerinnen und Ermittler sowie der Einsatz moderner Methoden wie Lockvogel-Fahrräder. Diese werden in anderen europäischen Ländern bereits erfolgreich eingesetzt, um insbesondere organisierte Strukturen gezielt zu bekämpfen. „Fahrraddiebstahl wird oft als Bagatelldelikt behandelt – das wird der Realität nicht gerecht“, so Larsen abschließend. „Wir brauchen eine deutlich intensivere Bekämpfung, auch mit innovativen Ermittlungsansätzen.“
Kontakt
Jonas Geyer, Referent Verkehrspolitik und Ehrenamtskoordination
Tel.: 0159 067 866 93
Mail: jonas.geyer@adfc-dresden.de