Im Zuge der Bauarbeiten am neuen Haltepunkt Cotta wird derzeit die Hamburger Straße ausgebaut. Vor Beginn der Bauarbeiten wurde die Strecke von vielen Radfahrenden über die freigegebenen Gehwege genutzt, die nun teilweise gesperrt sind. Eine angekündigte Umleitung über den Elberadweg ist bis heute nicht fertiggestellt. Für den Radverkehr hat das gravierende Folgen. Der ADFC Dresden kritisiert die aktuelle Situation scharf und fordert die schnellstmögliche Fertigstellung der geplanten Umleitung über den Elberadweg, inklusive Asphaltbelag und Beleuchtung.
Aktuell ist der stadteinwärtige Gehweg (Rad frei) vollständig gesperrt. Der stadtauswärtige Gehweg ist zwar offen, jedoch nicht für den Radverkehr in beide Richtungen freigegeben. Die vorgesehene Umleitung über den Elberadweg entlang des Briesnitzer Volksparks ist bis heute nicht nutzbar: Auf rund 150 Metern fehlt der Asphaltbelag, zudem wurde die angekündigte Beleuchtung nicht installiert – obwohl die Baumaßnahme Hamburger Straße bereits am 08. Januar offiziell begonnen hat.
An den ADFC Dresden haben sich unter anderem Katja und Karsten*, ein Paar aus Dresden, gewandt. Karsten nutzt den Elberadweg von Omsewitz aus regelmäßig für den Weg zur Arbeit, die unfertige Umleitung kann er aktuell nicht nutzen. Für Katja, die in der Pflege im Krankenhaus Friedrichstadt arbeitet, ist der Elberadweg jedoch keine praktikable Alternative. Sie ist auf eine direkte, sichere Verbindung angewiesen.
„Wir haben das Gefühl, dass der Radverkehr hier schlicht vergessen wurde“, so Katja und Karsten. „Für uns bedeutet das jeden Tag Stress, Umwege oder Konflikte. Als Menschen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, fühlen wir uns in Dresden wie Bürger zweiter Klasse.“
Es wurde mehrfach beobachtet, dass die Polizei Radfahrende anhält, die den Gehweg trotz fehlender Freigabe nutzen, weil ihnen dort mangels nutzbarer Umleitung faktisch keine sichere Alternative zur Verfügung steht.
„Es geht hier nicht um Freizeitverkehr, sondern um Menschen, die im Alltag auf das Fahrrad angewiesen sind“, sagt Nils Larsen, Vorstandsmitglied des ADFC Dresden. „Berufspendler:innen, Schüler:innen, Auszubildende, Jugendliche auf dem Weg zum Sportverein oder Menschen in Schichtarbeit werden hier sehenden Auges in gefährliche oder rechtlich problematische Situationen gedrängt. Das ist kein Versehen, sondern ein strukturelles Problem in der Baustellenplanung.“
Besonders unverständlich: Für den Umbau der Königsbrücker Straße wurden im vergangenen Jahr Tannenstraße, Schönbrunnstraße und Eschenstraße ertüchtigt, um Umleitungen für den Kfz-Verkehr zu ermöglichen. „Wenn es um den Autoverkehr geht, scheint schnelle und pragmatische Umsetzung möglich zu sein“, so Larsen. „Warum klappt das nicht auch bei Umleitungen für den Radverkehr? Eine fest eingeplante und offiziell kommunizierte Umleitung muss vor Beginn einer Baumaßnahme nutzbar sein – alles andere ist unprofessionell und verantwortungslos.“
Der ADFC Dresden fordert die Stadtverwaltung auf, den Radverkehr bei Baustellen endlich gleichwertig zu behandeln. „Wer Mobilität für alle ernst meint, darf Radfahrende nicht immer wieder hinten anstellen“, so Larsen abschließend.
Kontakt
Jonas Geyer, Referent Verkehrspolitik und Ehrenamtskoordination
Tel.: 0159 067 866 93
Mail: jonas.geyer@adfc-dresden.de