Unseren Jahresrückblick beginnen wir traditionell mit den positiven
Veränderungen, für die wir uns teilweise schon über viele Jahre einsetzen:
- Mit einer spontanen Demonstration haben wir die Kürzung des Fahrradparkhauses am Neustädter Bahnhof in der Haushaltsdebatte zum Jahresbeginn abgewendet. Trotz erheblichem Gegenwind einiger Fraktionen stimmte der Stadtrat schließlich für den größtenteils durch Bundesmittel finanzierten Bau. Der Baustart ist für Juni 2026 geplant.
- Durch eine große MOBIbike-Demonstration und intensive Öffentlichkeitsarbeit haben wir es gemeinsam mit euch geschafft, dass die MOBIbikes trotz enormem politischen Druck von den Kürzungen der DVB ausgenommen wurden.
- Unsere Bannerdemo und Petition „Für eine angemessene Fahrradanbindung des Dresdner Nordens“ mit über 1.700 Unterschriften hat Wirkung gezeigt: Obwohl schon „vom Tisch“, hat die Stadtverwaltung eine erneute Prüfung von Radwegen auf dem Pauliberg im Bestand begonnen. Die verkehrstechnische Untersuchung dazu soll Ende des Jahres abgeschlossen sein. Weitere Beratungen über unsere Petition laufen noch.
- Neue Radpiktogramme auf der Radroute Ost und zwischen den Schienen auf der Bürgerstraße zeigen endlich das richtige Bild: Radfahrende sollen nicht an den Rand gedrängt werden, wo Gefahr von Autotüren und Schienen ausgeht. Wir haben das jahrelang gefordert, vor vier Jahren startete ein Mitglied für die Bürgerstraße eine Petition. Die Stadt meinte damals, die Piktogramme seien nicht rechtmäßig. Nun hat sich die interne Meinung offenbar weiterentwickelt. Es öffnet den Weg für weitere Piktogramme an Engstellen.
- In der Laubestraße auf der Radroute Ost wurde eine gegenläufige Einbahnstraße eingerichtet – ein Erfolg nach über zwei Jahren Einsatz für weniger Schleichverkehr. Weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung sollen folgen. Der Stadtrat hat mit einer Mehrheit aus CDU, AfD, Team Zastrow, BSW und FDP/FB dem OB im November empfohlen, die Maßnahme wieder zurückzunehmen. Wir haben diese Entscheidung klar kritisiert und den OB aufgefordert, die unsachliche Empfehlung des Stadtrats zurückzuweisen.
- Nach einem Dooring-Unfall auf der Großenhainer Straße im Oktober sah sich die Stadtverwaltung nach unserer anhaltenden Öffentlichkeitsarbeit zu dem Thema endlich unter Druck, aktiv zu werden. Ein Konzept zur Entschärfung der Gefahrenstelle ist nun für 2026 angekündigt.
- Eine ebene Oberfläche erhielten 2025 die Tannenstraße, Katharinenstraße und die Eschenstraße. Der Neubau der Bautzner Straße im Bereich der Prießnitzbrücke wurde abgeschlossen; Radverkehrsanlagen wurden in den Straßenraum der Brücke integriert.
Auch 2025 ist einiges auf der Strecke geblieben. Unser
Druck ist weiterhin dringend notwendig:
- Die weitere Markierung des Radwegs auf der Bautzner Straße wurde trotz Ankündigung nicht umgesetzt – ein privates Bauvorhaben verhinderte die Ausführung. Mit einem Pop-up-Radweg haben wir auf diese Lücke aufmerksam gemacht und werden uns auch im kommenden Jahr weiter für durchgängige Radverkehrsanlagen einsetzen.
- Der Neubau der Carolabrücke beschäftigt die Stadtgesellschaft wie kaum ein anderes Thema. Wir haben unsere Position öffentlichkeitswirksam dargelegt und werden diese im Begleitgremium zum Brückenneubau, in dem wir vertreten sind, weiterhin stark vertreten.
- Die Deutsche Bahn plant einen neuen S-Bahn-Haltepunkt „Albertstadt“ über der Stauffenbergallee – der in Zukunft parallel verlaufende Radschnellweg Dresden – Radeberg wird leider mit keinem Wort erwähnt. Nach ausführlicher Recherche ist uns deutlich geworden, dass es keine effiziente Koordination zwischen beiden Projekten gibt. Wir befürchten, dass Synergien nicht genutzt werden und haben deshalb im Rahmen des öffentlichen Beteiligungsprozesses eine Einwendung an das Eisenbahn-Bundesamt formuliert.
- Auch in diesem Jahr wurden nur sehr wenige Maßnahmen des Radverkehrskonzepts umgesetzt. Ende Oktober hat die politische Debatte zur Fortschreibung begonnen – wir sagen klar: Lieber umsetzen statt ewig planen!
- Ein möglicher Radweg auf dem Pauliberg reicht für eine sichere Radanbindung des Dresdner Nordens nicht aus. Deshalb haben wir zum Jahresende einen Austausch mit dem Sachsenforst zur Ertüchtigung bestehender Waldwege begonnen und wollen diesen 2026 intensivieren.
Weitere Aktivitäten des ADFC Dresden im Jahr 2025:
- Wir führten insgesamt 9 Gespräche mit der Stadtverwaltung zu anstehenden Baumaßnahmen, Großprojekten wie der Carolabrücke, Abschnitten des Elberadwegs und weiteren Themen.
- Bereits zum zweiten Mal fand eine Radtour mit OB Hilbert statt: Bei mäßigem Wetter konnten wir sowohl gelungene Beispiele als auch Problemstellen inklusive ausgearbeiteter Verbesserungsvorschläge der bereits ausgeschilderten Radroute West vorstellen.
- Unsere AG Löbtau/ Dresden West hat mit einer Poolnudeltour zum Hebbelbad für mehr Sicherheit auf Dresdens Straßen demonstriert und mit dem PARK(ing) Day Löbtau auch dieses Jahr gezeigt, wie vielfältig und inspirierend der zur Verfügung stehende Straßenraum gemeinschaftlich genutzt werden kann.
- An 23 Terminen codierte unsere ehrenamtliche AG Codierung 333 Fahrräder.
- Unser Angebot an freien Lastenrädern „Frieda & Friedrich“ feierte 2025 sein 10-jähriges Jubiläum. Derzeit gibt es über 20 Lastenräder und Anhänger zum kostenlosen Ausleihen: www.friedafriedrich.de
- Unsere Touren-AG führte 71 Radtouren durch.
- Der ADFC wächst stetig: Im Dezember zählt der Verein 5.731 Mitglieder in Dresden!
- Beim ADFC-Fahrradklimatest beteiligten sich 1.983 Dresdnerinnen und Dresdner – damit ist Dresden erneut Spitzenreiter bei der Beteiligung pro Einwohner unter den Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern.
- Ende September haben wir gemeinsam Dresden zur Fahrradstadt gemacht: 1.100 Radfahrende nahmen an der Radnacht teil und fuhren rund 20 Kilometer quer durch die Stadt – über Brücken, vorbei an bekannten Orten und mitten durchs Herz Dresdens.
- Jonas Geyer, unser hauptamtlicher Referent für Verkehrspolitik und Ehrenamtskoordination ist erfolgreich in seine neue Position gestartet. Mit Engagement und Expertise bereichert er seitdem unsere verkehrspolitische Arbeit und trägt maßgeblich dazu bei, dass wir gemeinsam noch mehr erreichen.
Die ADFC-Erfolge in der Stadt dokumentieren wir auf unserer Karte der Erfolge und Aktivitäten
👉 adfc-dresden.de/erfolge-des-adfc-dresden
Damit Radfahren für alle Menschen in Dresden sicherer und komfortabler wird, muss noch viel getan werden. Um Dresden zu einer Fahrradstadt zu machen, sind Engagement, Kreativität und starke Impulse aus der Bürgerschaft unverzichtbar. Bitte unterstütze uns durch deine Mitarbeit, Spende oder Mitgliedschaft (aktuell als Einstiegsmitgliedschaft für nur 19€ im 1. Mitgliedsjahr) im ADFC Dresden!