Bannerdemo und offener Brief fordern Radweg in Mittellage als Vorzugsvariante
Mit einer Bannerdemo an der Carolabrücke am 27. Oktober und einem offenen Brief an die Fraktionen des Dresdner Stadtrates setzt sich der ADFC Dresden für eine sichere und leistungsfähige Radverkehrsführung auf der neuen Elbquerung ein. Der ADFC fordert, den Radweg in Richtung Altstadt zwischen Straßenbahn und Fahrbahn zu führen und diese Variante als Grundlage für die weitere Planung festzulegen.
Mit einem Straßenquerschnittsbanner zeigte der ADFC vor Ort, wie die Verkehrsflächen aufgeteilt werden müssen, um Verkehrssicherheit, Aufenthaltsqualität und Leistungsfähigkeit für alle zu gewährleisten. Anlass ist die aktuell vorgesehene Führung des Radwegs in Richtung Altstadt mit zwei zusätzlichen Querungen der Straßenbahngleise und einer gemeinsamen Führung mit dem Fußverkehr in Seitenlage. Dabei hatten drei der vier Planungsgemeinschaften in ihren Entwürfen eine Trennung von Fuß- und Radverkehr durch einen Radweg in Mittellage vorgesehen. Auch FHECOR/TSSB, die mit der weiteren Planung beauftragte Planungsgemeinschaft, hat eine solche Möglichkeit aufgezeigt.
Weniger Konflikte, mehr Sicherheit
Der ADFC sieht in der vorgesehenen Führung des Radwegs in Seitenlage erhebliche Nachteile. Radfahrende müssten die Straßenbahngleise zweimal zusätzlich queren. Dadurch entstehen vermeidbare Konfliktpunkte und Unfallrisiken. Hinzu kommen Konflikte durch die gemeinsame Führung von Fuß- und Radverkehr. Auch zusätzliche Wartezeiten und eine umständliche Wegeführung beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit und Attraktivität der Verbindung.
„Wir müssen die Chance nutzen, bei der neuen Carolabrücke die Konflikte und Risiken für den Fuß- und Radverkehr der alten Brücke zu beseitigen, statt sie zu übernehmen. Mit dem Neubau haben wir die einmalige Gelegenheit, eine sichere, direkte und attraktive Verbindung für den Radverkehr zu schaffen. Verkehrssicherheit darf bei der Planung nicht zur Verhandlungsmasse werden“, sagt Nils Larsen, Vorstandsmitglied des ADFC Dresden.
Stadtratsbeschluss muss Grundlage der Planung bleiben
In seinem Beschluss vom 19. Juni 2025 (V0339/25) hat der Stadtrat ausdrücklich die Auflösung bestehender Konfliktpunkte wie Gleisquerungen und gemeinsam genutzter Geh- und Radwege für die neue Carolabrücke gefordert. Aus Sicht des ADFC widerspricht die aktuelle Planung diesem Anspruch.
Der ADFC fordert die Stadtratsfraktionen deshalb auf, gemeinsam einen interfraktionellen Antrag im Bauausschuss auf den Weg zu bringen. Ziel soll sein, einen Brückenquerschnitt mit Radweg in Richtung Altstadt zwischen Straßenbahn und Fahrbahn als Vorzugsvariante für die weitere Planung festzulegen.
„Wir erwarten, dass sich alle Fraktionen ihrer Verantwortung für diese zentrale Verkehrsverbindung bewusst werden. Die Führung des Radverkehrs auf der Carolabrücke ist keine nebensächliche Detailfrage. Es geht um Verkehrssicherheit, Leistungsfähigkeit und die konsequente Umsetzung der bereits gefassten Beschlüsse“, so Larsen.
Kontakt
Jonas Geyer, Referent Verkehrspolitik und Ehrenamtskoordination
Tel.: 0159 067 866 93
Mail: jonas.geyer@adfc-dresden.de