Pressemitteilung des ADFC Dresden e.V.
Der Dresdner Stadtrat hat in seiner Sitzung am 3. September entschieden, FHECOR Deutschland GmbH und TSSB Planungsgesellschaft mit der weiteren Planung der neuen Carolabrücke zu beauftragen. Der ADFC Dresden begrüßt die Entscheidung und sieht im ausgewählten Entwurf gute Ansätze für den Radverkehr, die nun weiteretwickelt werden müssen.
Für den ADFC ist entscheidend, dass die neue Carolabrücke ihrer Bedeutung als wichtige innerstädtische Hauptradroute und Verbindung zum Elberadweg gerecht wird. Dafür braucht es ausreichend breite, sichere und leistungsfähige Radverkehrsanlagen, direkte Verbindungen zum Elberadweg und möglichst geringe Wartezeiten. Konkret fordert der ADFC:
- die verbindliche Planung der Elberadweg-Anbindungen als Bestandteil des Brückenneubaus
- die Führung des Radverkehrs Richtung Altstadt zwischen Straßenbahn und Fahrbahn
- mindestens 2,50 Meter breite Radverkehrsanlagen je Fahrtrichtung zuzüglich Sicherheitstrennstreifen
- eine bauliche Trennung vom Kfz-Verkehr
„Die neue Carolabrücke wird für den Radverkehr eine zentrale Verbindung in Dresden. Deshalb müssen wir jetzt sicherstellen, dass bei der weiteren Planung nicht nur die Brücke selbst, sondern auch ihre Anbindungen und die Führung auf beiden Seiten der Elbe funktionieren“, sagt Falk Schütze, Vorstandsmitglied des ADFC Dresden.
Der vom Stadtrat ausgewählte Entwurf bietet aus Sicht des ADFC dabei einige Vorteile. Besonders positiv bewertet der Fahrrad-Club die vielfältigen Radverkehrsanbindungen auf beiden Elbufern. Die vorgesehenen X-Rampen ermöglichen unter den vorgestellten Entwürfen die meisten direkten Fahrbeziehungen und schaffen attraktive Anbindungen an den Elberadweg. Besonders wichtig ist dabei die geplante direkte Anbindung auf der Altstädter Seite.
Gleichzeitig sieht der ADFC noch wichtigen Verbesserungsbedarf. Die Führung des Radverkehrs auf der Brücke in Richtung Altstadt muss zwingend zwischen Straßenbahn und Fahrbahn geführt werden, um zusätzliche Gleisquerungen zu vermeiden. Auf der Neustädter Seite müssen zudem Konflikte zwischen Rad- und Fußverkehr möglichst frühzeitig planerisch aufgelöst werden. Darüber hinaus gilt es, die Breite und Höhenlage der Radverkehrsanlagen zu optimieren. Zahlreiche dieser Hinweise wurden von der Planungsgemeinschaft bereits aufgenommen und werden im weiteren Planungsprozess vertieft geprüft und weiterentwickelt.
„Wir gratulieren der FHECOR Deutschland GmbH und TSSB Planungsgesellschaft und freuen uns darauf, den bereits begonnenen konstruktiven Austausch fortzusetzen. Der Entwurf bietet gute Ansätze – jetzt kommt es darauf an, diese konsequent weiterzuentwickeln und bestehende Schwachstellen zu lösen. Entscheidend ist, dass die neue Carolabrücke den Anforderungen des Radverkehrs für die Zukunft gerecht wird“, so Schütze.