Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Dresden e. V.

Carolabrücke: ADFC sieht drei Entwürfe auf vergleichbarem Niveau – Jetzt kommt es auf die Weiterentwicklung an

Fotos auf Titelbild: © Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH und DKFS © Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG und Knight Architects © FHECOR Deutschland GmbH und TSSB Planungsgesellschaft © Ingenieurbüro GRASSL GmbH und gmp Architekten
Pressemitteilung des ADFC Dresden e.V.
 
Nach der Veröffentlichung seiner ausführlichen Stellungnahme zu den vier Entwürfen für den Neubau der Carolabrücke hat der ADFC Dresden den fachlichen Austausch mit allen vier Planungsgemeinschaften gesucht. Ziel war es, offene Fragen zu klären, Hinweise aus Sicht des Radverkehrs zu diskutieren und die Weiterentwicklung der Entwürfe fachlich zu begleiten.
 
Auf Grundlage der Stellungnahme, der Fachgespräche sowie der eingegangenen Rückmeldungen hat eine Arbeitsgruppe des ADFC Dresden die vier Entwürfe anhand eines transparenten Kriterienkatalogs bewertet. Berücksichtigt wurden unter anderem die Qualität der Nord-Süd-Radverbindung, die Anbindungen an den Elberadweg, die Breite und Bauform der Radverkehrsanlagen, die Zukunftsfähigkeit der Entwürfe sowie ihre städtebaulichen Auswirkungen. Die Bewertungskriterien sowie eine Dokumentation des Austauschs mit den Planungsgemeinschaften veröffentlicht der ADFC auf seiner Website. Damit macht der ADFC seine Bewertung transparent und nachvollziehbar.
 
Die Auswertung zeigt: Drei der vier Entwürfe liegen aus Sicht des ADFC auf einem vergleichbaren fachlichen Niveau. Die Konzepte der Planungsgemeinschaften FHECOR Deutschland GmbH / TSSB Planungsgesellschaft, Ingenieurbüro GRASSL GmbH / gmp Architekten sowie Leonhardt, Andrä und Partner / Knight Architects weisen jeweils überzeugende Ansätze auf. Keiner dieser Entwürfe erfüllt jedoch vollständig die Anforderungen des ADFC an eine anforderungsgerechte und zukunftsfähige Radverkehrsverbindung. 
 
Deutliche Defizite sieht der Verein hingegen weiterhin beim Entwurf der Planungsgemeinschaft Schüßler-Plan und DKFS. Insbesondere die vorgesehene Auffächerung der Brückenzüge würde die heute bereits überdimensionierten Verkehrsflächen entlang der St. Petersburger Straße langfristig festschreiben und künftige städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten einschränken. Auch die vorgeschlagene Anbindung des Elberadwegs auf der Neustädter Seite überzeugt aus Sicht des Vereins nicht.
 
„Die Gespräche haben gezeigt, dass alle Planungsgemeinschaften bereit sind, ihre Entwürfe weiterzuentwickeln und unsere Hinweise ernsthaft zu prüfen. Genau dafür sind solche fachlichen Dialoge wichtig. Wir hätten gern einen klaren Favoriten benannt. Die Bewertungen der drei bestplatzierten Entwürfe liegen jedoch so nah beieinander, dass dies aus fachlicher Sicht derzeit nicht möglich ist. Gleichzeitig erfüllt keiner dieser Entwürfe bereits alle zentralen Punkte für eine anforderungsgerechte Radverkehrsverbindung. Nun muss es das Ziel sein, den später ausgewählten Entwurf zur bestmöglichen Lösung für den Radverkehr weiterzuentwickeln“, erklärt Nils Larsen, Vorstandsmitglied des ADFC Dresden.
 
Besonders hervorzuheben ist der intensive fachliche Austausch mit der Planungsgemeinschaft FHECOR Deutschland GmbH und TSSB Planungsgesellschaft. TSSB hat zahlreiche Hinweise des Vereins aufgenommen und angekündigt, zentrale Aspekte – insbesondere die Führung des Radverkehrs in Richtung Altstadt zwischen Straßenbahn und Fahrbahn – im weiteren Planungsprozess vertieft zu prüfen und weiterzuentwickeln.
 
Der ADFC bringt seine fachliche Expertise weiterhin im Begleitgremium ein. Unabhängig davon, wie die Bürgerbefragung carolaVOTE und die Bewertung des Begleitgremiums ausfallen und welchen Entwurf der Stadtrat schließlich auswählt, sieht der Verein weiteren Handlungsbedarf. Dazu gehören insbesondere ausreichend breite Radverkehrsanlagen, direkte Anbindungen an den Elberadweg, eine leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung sowie eine sichere und zukunftsfähige Gestaltung der Radinfrastruktur.
 
„Wir freuen uns auf die Ergebnisse des carolaVOTE und werden den weiteren Planungsprozess konstruktiv begleiten. Mit der Auswahl eines Entwurfs beginnt die eigentliche Arbeit. Entscheidend ist, dass die verbleibenden Defizite konsequent behoben werden und die neue Carolabrücke den Anforderungen des Radverkehrs für die Zukunft gerecht wird“, so Larsen.
 
Der erstellte Kriterienkatalog sowie die Dokumentation des Austauschs mit den Planungsgemeinschaften sind unter diesem Link abrufbar.

Kontakt

Jonas Geyer, Referent Verkehrspolitik und Ehrenamtskoordination
T
el.: 0159 067 866 93
Mail: jonas.geyer@adfc-dresden.de

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Jonas Geyer

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