ADFC Dresden legt Stellungnahme zu den Entwürfen für den Neubau der Carolabrücke vor
Der ADFC Dresden hat heute eine ausführliche Stellungnahme zu den vier vorgestellten Entwürfen für den Neubau der Carolabrücke veröffentlicht. Darin begrüßt der Verein, dass alle Planungsteams die Anbindung an den Elberadweg bereits in ihre Konzepte integriert haben und gegenüber der bisherigen Carolabrücke Verbesserungen für den Radverkehr vorsehen. Gleichzeitig sieht der ADFC bei allen Varianten noch deutliche Verbesserungspotenziale für den Radverkehr.
„Die vorgestellten Entwürfe zeigen, dass die Bedeutung des Radverkehrs beim Neubau der Carolabrücke inzwischen stärker berücksichtigt wird als in der Vergangenheit. Das Potenzial eines Brückenneubaus wird jedoch noch nicht ausgeschöpft“, erklärt Nils Larsen, Vorstandsmitglied des ADFC Dresden. „Die neue Carolabrücke wird die Verkehrsbeziehungen in Dresden für viele Jahrzehnte prägen. Deshalb muss sie von Anfang an leistungsfähig, sicher und zukunftsfähig geplant werden. Wir werben dafür, die Entwürfe nicht nur nach ihrem äußeren Erscheinungsbild, sondern auch nach den konkreten verkehrlichen Auswirkungen zu bewerten. Unsere Stellungnahme soll dabei behilflich sein.“
Aus Sicht des ADFC Dresden sind insbesondere die vorgesehenen Radwegbreiten von teilweise lediglich zwei Metern nicht ausreichend. Die Brücke ist Teil einer wichtigen innerstädtischen Hauptradroute und muss auch bei weiter steigenden Radverkehrszahlen leistungsfähig bleiben. Der Verein fordert deshalb mindestens 2,50 Meter breite, baulich getrennte Radverkehrsanlagen je Fahrtrichtung zuzüglich Sicherheitstrennstreifen mit ausreichenden Sicherheitsabständen zu Fahrbahn und Straßenbahn auf gleichem Niveau.
Besonders wichtig ist für den ADFC zudem die Anbindung an den Elberadweg. Die Carolabrücke kreuzt auf beiden Elbseiten zentrale Radverkehrsachsen, die sowohl für den Alltagsradverkehr als auch für den Radtourismus von großer Bedeutung sind. Die in den Entwürfen vorgestellten Anbindungen dürfen daher nicht als optionale Ergänzung betrachtet werden, sondern müssen als integraler Bestandteil des Neubaus geplant und weiterentwickelt werden.
Darüber hinaus fordert der ADFC, die Leistungsfähigkeit des Radverkehrs bei der weiteren Planung stärker zu berücksichtigen. Zusätzliche Gleisquerungen, unnötige Umwege, lange Wartezeiten an Ampeln sowie Konflikte mit anderen Verkehrsarten beeinträchtigen die Attraktivität von Radverbindungen. Auch mögliche Nutzungskonflikte mit Großveranstaltungen am Elbufer sowie die ganzjährige Nutzbarkeit der Radverkehrsanlagen müssten von Anfang an mitgedacht werden.
„Die vorgestellten Entwürfe sollten als Grundlage für die weitere fachliche Diskussion verstanden werden. Jetzt kommt es darauf an, die besten Ansätze der verschiedenen Varianten zu einer Lösung zusammenzuführen, die den Anforderungen einer modernen und leistungsfähigen Radverkehrsverbindung gerecht wird.“, so Larsen abschließend.
Die vollständige Stellungnahme des ADFC Dresden inklusive Kernforderungen für die weitere Planung ist hier abrufbar.
Kontakt
Jonas Geyer, Referent Verkehrspolitik und Ehrenamtskoordination
Tel.: 0159 067 866 93
Mail: jonas.geyer@adfc-dresden.de