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Logo Mit dem Rad zur ArbeitSeit mehreren Jahren gibt es in verschiedenen Bundesländern die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“. Durch die Kooperation von ADFC und AOK und mit Hilfe von Fördermitteln durch das BMVBW wurden kontinuierlich mehr Menschen motiviert, das Rad im Alltag auf dem Weg zur Arbeit zu nutzen.

So gab es 2004 schon über 61.000 Teilnehmer an der Aktion. Dieses Jahr startet die Aktion erstmals nun auch in Sachsen im Zeitraum vom 20. Juni bis 16. September 2005.

Gesucht: Die fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands

Fahrradklimatest 2005Wie wohl fühlen Sie sich als Radfahrer in Dresden? Wo gibt es die größten Probleme? Vergeben Sie gute oder schlechte Noten für das Fahrrad-Engagement der Stadtverwaltung und der Verkehrsbetriebe!

Mit Ihrer Abstimmung tragen Sie zur Verbesserung der Situation vor Ort bei. Der Fahrradklimatest von ADFC, BUND und Umweltbundesamt nicht nur die größte Umfrage dieser Art – sondern auch ein wichtiger Bestandteil des Nationalen Radverkehrsplans. Nicht zu vergessen: die Ergebnisse sind eine wichtige Argumentationshilfe für unsere verkehrspolitische Arbeit.

Von Faustkeil bis Fahrrad - ZDF sucht die größten Erfindungen

Das Veloziped des Herrn Drais (Quelle: ZDF)Im Einsteinjahr 2005 startet das ZDF mit „Unsere Besten“ in eine neue Runde. Es ist das Votum der Zuschauer gefragt – diesmal geht es um die größten Erfindungen der Menschheit. Fast drei Millionen Jahre Forschergeist und Kreativität stehen zur Wahl: Von Faustkeil bis Fahrrad. In Großbritannien hat bei einer ähnlichen Abstimmung das Fahrrad gewonnen. Wird es in Deutschland auch so sein?

Verurteilung wegen Nötigung

Alles was Recht ist?Wer als Autofahrer einen Radfahrer zu erziehen versucht, indem er ihm "ein bisschen Angst" macht, ihn abdrängt oder dergleichen, macht sich damit strafbar.

Das erfuhr nun auch der 25-jährige Kraftfahrer Torsten S. aus Dresden. Auf der Chemnitzer Straße lenkte er im November 2003 seinen Kleintransporter neben einen Radfahrer, über dessen Fahrweise er sich zuvor geärgert hatte und begann, ihn langsam Richtung Bordstein zu drängen.

Straßenschild AntonstraßeWie an der Leipziger-, Könneritz- und Schweriner Straße sollen Radfahrer auf den Gehweg fahren. Das ist hier besonders gefährlich, denn die Radfahrer sind für abbiegende Autofahrer kaum zu erkennen - sie werden hinter den Bäumen geführt. Gleichzeitig sind die Kreuzungen an Erna-Berger-Straße und am Albertplatz so gestaltet, dass zügig rechts abgebogen werden kann. Beste Bedingungen für schwere Unfälle! Zudem wurden wichtige querende Radfahrbeziehungen nicht berücksichtigt.

Viele Mängel sind neugebaut
Viele Mängel sind neugebaut

Erschreckend ist die Bilanz städtischen Straßenbaus in ihren Auswirkungen auf den Radverkehr. Trotz Einspruch des ADFC und teilweise entgegen den einschlägigen Richtlinien geschieht es immer wieder, dass Straßen mit sehr hohem Aufwand komplett umgebaut werden und danach für den Radverkehr gefährlicher oder unkomfortabler sind als vorher (Bodenbacher Straße, Albertplatz, Wiener Straße, Fritz-Löffler-Straße, Teile der Leipziger Straße, Antonstraße ...).

Die Waldschlößchenbrücke schafft erst die Probleme, die sie lösen soll. So werden nach dem Brückenbau täglich 20.000 Fahrzeugen mehr in die Stadt fahren. Der Stau wird zunehmen, am Schillerplatz, am Fetscherplatz, an der Petersburger Straße *). Leidtragende sind Alle, ob Autofahrer, Radfahrer oder die Anwohner.

Wie die Landeshauptstadt Dresden gestern bekannt gab, will sie 40 Straßenkilometer aus dem letztjährigen Streuplan streichen und so beim Winterdienst insgesamt 650.000 Euro sparen.

Von diesen Kürzungsmaßnahmen sind leider auch einige wichtige Verbindungen für den Radverkehr betroffen, bspw. die Hochschulstraße zwischen Fritz-Förster-Platz und Reichenbachstraße sowie die Hofmühlenstraße zwischen Altplauen und Würzburger Straße.

Die unvermeidliche Folge einer solchen Mißachtung der fahrradspezifischen Belange in Dresden wird sein, dass im Winter mehr Bürger als bisher das Fahrrad stehen lassen werden. Bei einer angemessenen Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse, lassen es sich erfahrungsgemäß viele Radler auch bei Schnee und Eis nicht nehmen, den Weg zur Arbeit per Rad zurückzulegen. Erst große, unberäumte Schneemengen auf wichtigen Routen können das Radfahren unmöglich machen.

Mit freundlichen Grüßen,
Friedrich Darge,
ADFC Dresden e.V.
Vorstandssprecher

Wer sich in den Fahrradsattel schwingt, stärkt Körper und Seele. Das ergab die bisher größte wissenschaftliche Studie zum Thema "Radfahren & Gesundheit" von Fahrradsattelhersteller Selle Royal und der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS),

Ein Expertenteam wertete insgesamt über 7.000 Studien aus. Wichtigstes Ergebnis: Gravierenden Zivilisationsproblemen wie z.B. Rückenschmerzen oder Herz-Kreislauf-Störungen kann durch das Radfahren präventiv vorgebeugt werden. Daraus entstanden ist ein umfassendes Kompendium, das sich insbesondere mit den positiven Auswirkungen des Radfahrens auf die Gelenke, den Rücken, das Immun- sowie das Herz-Kreislaufsystem auseinandersetzt.

Einbahnstraße Dammweg für Radfahrer geöffnet

So schnell kann es gehen. Ein paar Schilder angebracht, eine kurze Fahrbahnmarkierung aufgemalt und schon ist eine Einbahnstraße für Radfahrer geöffnet. Kürzlich geschehen am Dammweg zwischen Eschen- und Scheunenhofstraße. Nach einem Tipp eines ADFC-Mitglieds hat die Stadtverwaltung innerhalb weniger Wochen reagiert. Damit wurde die Anbindung des Hechtviertels an den Bahnhof Neustadt grundlegend verbessert, ohne dass viel Geld ausgegeben werden musste. Vielen Dank dafür an die Mitarbeiter der Stadt!

Solche Aktionen beweisen, dass es trotz klammer Kassen möglich ist, das Radfahren zu fördern. In Dresden schlummern noch eine Unzahl solcher ungenutzter Möglichkeiten. Wenn Ihnen auf Ihren Wegen unnötige Behinderungen begegnen, schreiben Sie der Stadtverwaltung, die freuen sich über jeden Tipp, der preiswert umzusetzen ist!

Sicherer über die St. Petersburger

Kürzlich wurde die Fußgänger-Ampel St. Petersburger Straße, Kreuzstraße in Betrieb genommen. Damit wird endlich die wichtige Verbindung vom Großen Garten und Hygiene-Museum in die Innenstadt hergestellt. Bisher gab es nur Trampelpfade, die ungesicherte Querung der sechspurigen Straße barg zudem ein Unfallrisiko.

Leider konnte der Überweg nicht in direkter Fortsetzung der Lingner-Alle gebaut werden, da dies Städtebaulich nicht erwünscht war. So muss jetzt ein kleiner Umweg genommen werden. Bleibt zu hoffen, dass die Wartezeiten auf die Grünphase nicht zu lange dauern.

Radverkehr erscheint nicht mehr im Gesetztext

Im $ 49 der Sächsischen Bauordnung (SächsBO) war bisher ausdrücklich festgeschrieben, dass bei Neu- und Umbauten neben Auto- auch Fahrrad-Stellplätze herzustellen sind. Werden Auto-Stellplätze nicht in der vorgegebenen Zahl gebaut, muss der Bauherr "Ablösegelder" an die Kommune zahlen. Dieses Geld konnte bisher u. a. verwendet werden "für investive Maßnahmen a) des öffentlichen Personennahverkehrs. b) des Fahrradverkehrs." (Zitat aus der Fassung vom März 1999). In Leipzig konnten so beispielsweise über diesen Finanztopf in der Vergangenheit zahlreiche Radverkehrs-Maßnahmen realisiert werden.

Zur größten Überraschung - nicht nur des ADFC - heißt es nun in der Neufassung der SächsBO vom Mai 2004: "Die Gemeinde hat die Ablösebeträge zu verwenden für ... sonstige Maßnahmen zur Entlastung der Straßen vom ruhenden Verkehr einschließlich investiver Maßnahmen des öffentlichen Personennahverkehrs." Kein Wort mehr vom Radverkehr!

Parkplatzablösegebür kann und soll weiterhin für den Radverkehr verwendet werden

In der Zwischenzeit wurde bekannt, dass die Finanzierung des Radverkehrs aus Stellplatzablösemitteln auch weiterhin möglich ist (Berufung auf die Verminderung des ruhenden Verkehrs). Nachteilig ist natürlich, dass Radverkehr nicht mehr explizit erwähnt wird und diese Finanzierungsmöglichkeit dann ggf. nicht mehr entdeckt wird. Die Formulierung ist aus einer allgemeinen Überarbeitung, Straffung und Vereinheitlichung der Bauordnungen der Bundesländern entstanden.

Der ADFC hat die Staatsregierung aufgefordert, die Kommunen ausdrücklich auf die Möglichkeit der Förderung des Radfahrens aus diesen Finanztopf hinzuweisen.

Die Stiftung Warentest testete 19 Trekkingräder ab 500 Euro. Das Ergebnis enttäuscht: nur eins war gut, sieben Räder gingen schon auf halber Strecke zu Bruch, zum Teil nach nur wenigen tausend Kilometern. Vier weitere Trekkingräder scheiterten auf der letzten Etappe.

Bei den Tests wurde ein gefährlicher Materialfehler an aktuellen Fahrräder der Marke Centurion entdeckt, weswegen Käufer dieser Marke ihre Räder (schiebend) zum Händler bringen sollen:

Die Leipziger Straße und die Antonstraße zwischen Schlesischem und Albertplatz sollen umgebaut werden. Dabei sind weder sichere Radverkehrsanlagen noch Schutzbereiche für die Fußgänger vorgesehen.

Wir als ADFC haben im Planfeststellungsverfahren Einspruch erhoben, damit die Planungen umgearbeitet werden. Baumaßnahmen, die den Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer insbesondere älterer Menschen und Kinder vernachlässigen, dürfen nicht umgesetzt werden.

Radfahrer werden auf die Gehwege verdrängt

Die Leipziger Straße wird in 5 Bauabschnitten komplett ausgebaut. Dabei sind auf langen Strecken keinerlei Radverkehrsanlagen vorgesehen. Trotzdem soll das Fahren auf der Fahrbahn verboten werden (gemeinsamer Geh- und Radweg).

Weitere Mängel:

  • Naturstein-Plaster im Gefahrenbereich vor Kreuzungen
    (Stürze durch Bremsen bei Nässe, Erschütterungen, hoher Rollwiderstand),
  • keine Abmarkierung von Radfahrerfurten an Kreuzungen, auch zwischen den Kreuzungen keine für Autofahrer erkennbare Radverkehrsführung
    (Unfälle mit abbiegenden Autofahrern wegen Übersehens, Zustellen der Kreuzung durch abbiegende Kfz),

Am 14. Juli fand im Regierungspräsidium Dresden der Erörterungstermin zur Planfeststellung statt. Alle Einwender waren eingeladen, ihre Standpunkte darzulegen, die strittigen Fragen zu diskutieren und möglichst Kompromisse zu finden. In Vertretung eines Privateinwenders war Jochen Böttcher (ADFC Dresden) dabei. Hier nun aus dem Gedächtnis die Diskussion um die angesprochenen Mängel der Radverkehrsführung.

Gedächtnisprotokoll des Erörterungstermins zum 2. und 3. Bauabschnitt Leipziger Straße vom 14. Juli 2004

Durch den von uns unterstützten Einspruch haben wir bereits durchgesetzt, dass überall Gehweg "Radfahrer frei" statt gemeinsame Rad- und Gehwege ausgeschildert werden, so wie es die Stadtverwaltung schon mal in früheren Plänen vorgesehen hatte.

Ich regte an, vor und nach jedem Haltestellenkap eine Möglichkeit einzurichten, auf dem Gehweg und zurück zur Fahrbahn zu wechseln, da ansonsten die Gleise im spitzen Winkel gequert werden müssten. Ich verwies auf unseren Vorschlag der überfahrbaren Haltestellenkaps.

Das Straßen- und Tiefbauamt (STA Abteilungsleiter Herr Hentschelmann) will dies prüfen und gegebenenfalls einrichten, wobei wahrscheinlich lediglich Bordsteinabsenkungen gemeint sind, nicht das überfahrbare Haltestellenkap, das ich erwähnte.

Ich habe dargestellt, dass wenigstens im Bauabschnitt 2 von Haltestelle Rankestraße bis zum Dreyßigplatz Radfahrstreifen problemlos unterzubekommen sind, ohne das ÖPNV oder MIV größere Behinderungen erfahren. Die Anlieferung könnte dann auf den überbreiten Fußwegen erfolgen.

Das STA lehnt das ab, da eine Anlieferung in Ladebuchten auf den Fußwegen angeblich problematisch wäre, weil breite LKW in den Straßenraum ragen würden. Herr Hentschelmann betonte, dass Radfahrer auf dem Fußweg immer noch sicherer seien als auf der Fahrbahn (Das steht im Gegensatz zu allen wissenschaftlichen Untersuchungen zu diesem Thema!).

Über diesen Punkt konnte keine Einigung erzielt werden.

Ich habe darauf gedrängt, dass bei Fußweg, "Radfahrer frei" die auf dem Fußweg fahrenden Radfahrer vor Vorfahrtsverletzungen durch abbiegende Autofahrer geschützt werden müssen. Die einzige mir bekannte und deutschlandweit bewährte Lösung ist das Aufpflastern der Einmündung, so dass abbiegende Autofahrer quasi über den Fußweg fahren müssen, ähnlich wie bei Grundstückseinfahrten. Diese Schutzmaßnahme wurde vom STA abgelehnt, weil Pflaster Autos zum Rutschen bringen würden und das vor allem im Winter gefährlich wäre! (Sehr interessant, in seinen Plänen hat man an jeder Kreuzung und Grundstückseinfahrt Natursteinpflaster vorgesehen, natürlich nur für die Radfahrer! Wenn diese Rutschen können sie sich zwar schwer verletzen, aber Hauptsache keine Blechschäden an den Autos!).

Herr Hentschelmann konnte sich die Bemerkung nicht verkneifen, dass er es sich merken will, dass der ADFC Pflaster für Radfahrer fordert.

Ich riet ihm einen Blick in die ERA oder die EAHV zu werfen und sich anzuschauen, was eine Aufpflasterung ist. Ich klärte Ihn darüber auf, dass Aufpflasterungen nicht zwangsläufig durch Natursteinpflaster geschehen müssten. Vielmehr kann man den Radweg über die Aufpflasterung mit Asphalt fortführen, so es denn einen gibt.

Über diesen Punkt konnte keine Einigung erzielt werden.

Weiterhin forderte ich eine legale Querungsmöglichkeit vom Elbradweg (Molebrücke) auf die landwärtige Fahrbahn/Gehweg, da durchaus Radfahrer in Richtung Mickten hier auf die Leipziger wechseln. Ich schlug eine Verschiebung der stadtwärtigen Haltestelle vor.

Dazu gab es (so ich mich erinnere) keinen Kommentar der Stadtverwaltung.

Über die strittigen Punkte muss nun Herr Vergin vom RP entscheiden.

J.B., ADFC Dresden.

(Das genaue Wortprotokoll liegt uns nicht vor, bis dahin sind noch Unstimmigkeiten möglich)

Antwort auf den vom ADFC unterstützten Einspruch gegen die Planfeststellung Leipziger Straße 3. BA

Inzwischen ist die Antwort auf den Einspruch eingegangen. Den Einwänden wurde gefolgt. Als Lösung wird vorgeschlagen, die Fußwege nicht benutzungspflichtig zu machen, also statt mit Radwegschildern mit den Schildern Gehweg "Radfahrer frei" zu versehen.

Diese Lösung ist für den Alltagsradfahrer akzeptabel. Allerdings bleiben die Gefährdungen der Radfahrer, die freiwillig die Gehwege benutzen. Weiterhin muß eine Lösung gefunden werden, wie Alttagsradfahrer im Bereich der Haltestellen geführt werden. Eine Fahrt über die Gleise am Haltestellenkap ist auch für diese Radfahrgruppe mit Sturzgefahr oder der Gefahr einer Kollision mit überholenden Kfz (Radfahrer muß zum Queren der Schienen einen Schlenker fahren) verbunden und daher gefährlich. Auch wie landwärts fahrende Radler vom Elbradweg auf die rechte Fahrbahn/den rechten Fußweg der Leipziger geführt werden sollen, bleibt unklar.

Der alte Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung vor der Wahl den Ausbau des rechtselbischen Elberadweges von der Moritzburger Straße bis zum Pieschener Winkel, einschließlich Radwegebrücke Mole - Leipziger Straße beschlossen.

Für einen zeitnahen Baubeginn sind die notwendigen Planungs- und Genehmigungsunterlagen zu erstellen und die Finanzierung ist ab 2004 umgehend sicherzustellen. Somit wird endlich die Lücke zwischen dem neuen Elbradweg zur Innenstadt und dem Ballhaus Watzke geschlossen. Damit entsteht nicht nur ein touristisch interessanter Fahrradweg, vor allem Alltagsradler aus Mickten, Pieschen und Trachau profitieren von dieser Radroute abseits der großen Straßen.

Anbindung mangelhaft

Leider wird die Anbindung an die Leipziger Straße überhaupt nicht fahrradfreundlich. Zwischen Ballhaus Watzke und Alttrachau soll demnächst Baustart sein. Die Radfahrer werden dabei komplett auf die Fußwege abgeschoben, das Benutzen der Fahrbahn wird verboten. Pflaster an Einfahrten und Kreuzungen sowie ungenügende Absicherung an Haltestellen und Straßeneinmündungen sollen Radfahrern das Leben schwer machen.

Der ADFC hat einige Dresdner Bürger unterstützt, die im Planfeststellungsverfahren Einspruch erhoben haben. Wir hoffen, dass aufgrund dieser Einsprüche die Planungen überarbeitet werden, und wir auch auf der Leipziger Straße sichere Radverkehrsanlagen erhalten.

Plauen liegt dort, wo der kleinen Fluss Weißeritz die Stadtgrenze von Dresden erreicht. Das Unterdorf erstreckt sich entlang des Flusses, der beim Hochwasser 2004 große Schäden angerichtet hat. Ein schöner Ort, doch die alten Häuser verfallen, weil die Zukunft des Ortsteils bisher unklar war. Die Plauener wollen hier einen verkehrsberuhigten Bereich mit Cafés und Flanierweg. Die Stadt und die konservative Stadtratsfraktion wollen dagegen eine neue Auto-Verbindung zwischen Freital und der Innenstadt.

Der ADFC hat sich auf die Seiten der Plauener gestellt und setzt sich auch für den Erhalt der Bienertstraßenbrücke ein, die eine attraktive autoarme Radfahrverbindung über den Fluss bietet. Das Engagement hat Erfolg: Zusammen mit den Anwohnern wurde eine stadtverträgliche Lösung gefunden.Die Hofmühlenstraße wird zudem verkehrsberuhigt.

Während sich die Dresdner streiten, ob wir nun eine neue Elbbrücke für fast 160 Millionen Euro brauchen und ob wir uns das leisten können, verfällt das übrige Straßennetz schneller, als es repariert werden kann.

So auch die kleine Brücke über die Weißeritz im Zuge der Bienertstraße. Für Autos schon lange gesperrt, ermöglicht sie den Radfahrern der Stadtteile Löbtau-Süd, Dölzschen und Naußlitz eine attraktive Verkehrsverbindung. Hier kommt man abseits der Hauptstraßen nach Plauen und zur Universität.

Die Brücke war schon lange baufällig und wurde durch die  Flut 2002 zusätzlich beschädigt. Nun soll sie abgerissen werden. Grund ist der hochwassertaugliche Umbau der Weißeritz. Die kleine Brücke wäre zu kurz für den verbreiterten Fluss.

Neue Brücken, damit mehr Autos in die Stadt rollen?

Obwohl Fördermittel für den Wiederaufbau bereits genehmigt sind, fehlte das Interesse bei Stadt und konservativer Stadtratsmehrheit. Die Gelder sollen in andere Projekte umgeleitet werden.

So existieren Planungen für eine neue Hauptstraße über die Hofmühlen-, Fabrik- und Freiberger Straße in die Innenstadt. Um diese Straße an die Tharandter Straße anzubinden, sollte in Altplauen ein großer Kreisverkehr mit zwei aufwändigen Flußbrücken entstehen.

Die bescheidene Brücke für Radfahrer und Fußgänger schien dagegen als purer Luxus zu gelten - für sie gibt es keine konkreten Planungen.

Entwicklung des Stadtteils wird verhindert

Wir als ADFC wendeten uns gemeinsam mit der Initiative Plauen gegen diese Planung. Es wäre nicht nur eine attraktive Radverbindung unterbrochen. Viel schlimmer ist, dass damit die von den Plauenern angestrebte Entwicklung der Hofmühlenstraße zum Stadteilzentrum mit renovierten Dorfhäusern, mit Cafés, mit Flanierweg und Zugang zum Fluss unmöglich geworden wäre.

Auch aus verkehrstechnischer Sicht ist der Straßenbau nicht notwendig. Die Tharandter Straße ist nicht so belastet, dass sie eine neue Umgehung braucht. Eine weitere Einfallstraße erhöht zudem den Verkehrsdruck auf die Innenstadt und verstärkt damit deren Stauprobleme.

Stadt und Stadtrat sollten Zeichen setzen

Der ADFC forderte Stadtrat und Stadtverwaltung auf, die Weichen für eine Zukunft des Plauener Unterdorfs als verkehrsberuhigten Bereich zu stellen. Nur wenn sich Anlieger sicher sein können, dass ihr Stadtteil eine attraktive Wohngegend wird, werden sie in ihre Häuser investieren.

Statt Geld für neue Straßen auszugeben, sollten besser die bestehenden Straßen saniert werden. Die Tharandter Straße wartet schon lange auf Radfahrstreifen und Asphaltdecke, die Bienertstraßenbrücke auf den Ersatzbau.

Engagement mit Erfolg

Nach den Kommunalwahlen 2004 hat sich die Situation geändert. Die neuen Stadträte konnten von dem Potential des Gebietes überzeugt werden. Die Verwaltung ging auf die Büger zu und erarbeitete gemeinsam Lösungen für einen kleinen Kreisverkehr mit einer angepassten kleinen Brücke. Die Hofmühlenstraße wird verkehrsberuhigt, so dass deren Entwicklung zum Stadtteilzentrum nichts mehr im Wege steht. Lediglich die Gestaltung des Üferbereichs der Weißeritz und die Finanzierung des Ersatzbaus der Bienertstraßenbrücke sind noch offen.

(Jochen Böttcher, ADFC-Dresden)

Links:

Baustelle Könneritzstr Mai 2005Teilerfolg für die Radfahrer

Die Könneritzstraße wird mit Hochwasserschadensgeldern saniert. Radfahrer sollten wieder auf schmale Fußwege abgeschoben werden, um Platz für bis zu vier Kraftfahrstreifen und Haltestelleninseln zu schaffen. Die Sicherung der Radwegenden war nicht ausreichend, an einigen Kreuzung sollte die Führung der Radfahrer für Autofahrer nicht mehr erkenntlich sein, so dass schwere Unfälle mit Kraftfahrern zu erwarten waren.

Beim Erörterungstermin wurden uns zahlreiche Detailverbesserungen zugesagt, so wird es z. B. zwischen Ostraallee und Marienbrücke einen Radfahrstreifen geben. Die Stadt besteht aber an anderen Stellen auf die Benutzungspflicht der Gehwege für Radfahrer.

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