TPL_BEEZ2_NAV_VIEW_SEARCH

TPL_BEEZ2_NAVIGATION

Pressemitteilung des ADFC Dresden e.V. vom 13.04.2020

Für Menschen, die ihre Wege in Dresden mit dem Rad zurücklegen, ist die Winterbergstraße eine der gefährlichsten Straßen. Allein im Zeitraum zwischen 2016 und 2018 sind auf der Straße mindestens 51 Radfahrer in teils schwere Unfälle verwickelt worden. Der gefährlichste Teil der 2,4 km langen Straße ist der etwa 500 Meter lange Abschnitt zwischen Rennplatzstraße und Gasanstaltstraße. Der ADFC hatte am 29. Januar 2020 just an dieser Stelle für sichere Radwege demonstriert, denn uns erreichen zu diesem Abschnitt immer wieder Hinweise, dass Autofahrer besonders knapp überholen. Gestern wurde hier ein 79-jähriger Radfahrer von hinten von einem Autofahrer angefahren und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

"Selbst geübte und dichten Straßenverkehr gewohnte Menschen bekommen ein mulmiges Gefühl, wenn sie auf diesem Abschnitt der Winterbergstraße Rad fahren. Viele unserer Mitglieder versuchen die Strecke zu meiden, Alternativen gibt es jedoch kaum", sagt Nils Larsen, Vorstandsmitglied im ADFC Dresden e.V.

Der ADFC kritisiert die sogenannten Radschutzstreifen, die zwischen Gasanstaltstraße und Rennplatzstraße nur 1,5 m schmal und ohne Abstand zu den beidseitig parkenden Autos markiert sind. Nur zwei Lenkerbreiten stehen den Radfahrenden damit zur Verfügung, Sicherheitsabstände zum fließenden Verkehr und zu den parkenden Autos inklusive. Der Querschnitt der Straße reicht aktuell nicht dafür aus, dass Autos Radfahrende sicher und legal überholen können, wenn die Gegenfahrbahn nicht gerade frei ist.

"Die schmalen Schutzstreifen suggerieren Autofahrern jedoch, dass der Platz ausreicht. Knappe und gefährliche Überholmanöver sind auf der Winterbergstraße daher an der Tagesordnung. Durch den knapp an parkenden Autos geführten Radstreifen ist es nur eine Frage der Zeit, bis hier ein Radfahrer getötet wird."

Eine kleine Unachtsamkeit oder ein kleiner Schlenker kann bei dieser gefährlichen Verkehrsführung fatale Folgen haben - sei es wegen der Unaufmerksamkeit eines Autofahrers oder weil jemand mit dem Rad einem plötzlich auftauchenden Hindernis ausweicht, zum Beispiel einer aufgerissenen Tür eines parkenden Autos.

Die Stadtverwaltung bezeichnete erst jüngst die Radwegeführung an der Winterbergstraße als "zulässig" (Stadtratsanfrage AF2606/18) bzw. "angemessen" (Stadtratsanfrage AF0378/20). Eins der Argumente ist, dass bisher nicht genug Unfälle passiert sind, um die Winterbergstraße technisch als Unfallhäufungsstelle einzustufen. Offenbar ist eine Umgestaltung der Winterbergstraße mit größeren Sicherheitsabständen und einer fehlerverzeihenden Infrastruktur für die Verkehrsplaner nachrangig, kritisiert Larsen.

"Die Winterbergstraße ist ein Paradebeispiel für eine Straßengestaltung, die nicht zum Radfahren einlädt und darüber hinaus wirklich gefährlich ist. Dabei verläuft die wichtigste Ost-West-Route südlich des Elberadwegs laut dem städtischen Radverkehrskonzept genau hier lang. Wir schlagen vor, diese Radroute unverzüglich sicher und attraktiv zu machen, indem breite und sichere Radfahrstreifen eingerichtet werden. Dafür müsste lediglich auf einer Seite der Straße ein Parkstreifen entfallen. Wir können uns eigentlich nicht vorstellen, dass Parkplätze höher gewichtet werden als Menschenleben."

Links: