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SrV 2018
Grafik: Stadtplanungsamt, LH DD

Pressemitteilung des ADFC Dresden e.V. vom 7. Februar 2020

Am Donnerstagvormittag hat Dresdens Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain die Ergebnisse des Systems repräsentativer Verkehrserhebung (SrV) 2018 vorgestellt. In Dresden zeigen die Ergebnisse zwei deutliche Entwicklungen. Zum einen legen die Dresdner*innen weniger Wege mit dem Auto zurück. Zum anderen hat seit der letzten Erhebung 2013 die Zahl der Wege auf dem Fahrrad stark zugenommen. Die Untersuchung der TU Dresden zeigt, dass die Dresdner*innen 18% ihrer Wege mit dem Rad zurücklegen.

"Der Radverkehr in Dresden ist im Aufschwung. Die großen Zuwächse beim Radverkehr innerhalb weniger Jahre sind für uns ein deutliches Zeichen, dass die Leute schnell, flexibel, kostengünstig, gesund und umweltfreundlich mobil sein wollen. Kein anderer Verkehrsträger hätte einen solchen Anstieg bei geringen Investitionen leisten können. Mehr Radverkehr ist für die Stadtkasse eine sehr gute Nachricht." so Nils Larsen, Vorstandsmitglied des ADFC Dresden.

"Das Potential des Fahrrads ist in Dresden bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Die Dresdner Radwege mit den ganzen Lücken und Gefahrenstellen halten viele Menschen vom Radfahren ab. Ein Blick zu unseren Nachbarn in den Niederlanden oder Dänemark zeigt, dass sichere und durchgängige Radwegenetze sofort angenommen werden. Wir sind in Dresden noch am Anfang. Da geht noch viel mehr.

Ausbau und Unterhalt sicherer Radverkehrsinfrastruktur ist grundsätzlich günstig und schnell möglich. Theoretisch, denn immer wieder steht die Dresdner Stadtverwaltung auf der Bremse. Mit der Umsetzung des Radverkehrskonzepts geht es schleppend voran. Bisher sind von den etwa 450 Maßnahmen erst knapp 10% realisiert. Immer wieder zeigen einzelne Abteilungen wie die Straßenverkehrsbehörde großes Engagement bei der Verhinderung sicherer Radinfrastruktur, statt den Radverkehr mit durchgängigen Netzen und mehr Platz fürs Rad voran zu bringen."

Als ein Beispiel nennt der ADFC-Vorstand die Hüblerstraße in Blasewitz, die im Oktober für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben wurde. Doch leider wurde die Radverkehrsführung völlig chaotisch, weil - entgegen ursprünglicher Ankündigung - zehn Parkplätze einen sicheren Weg mit dem Rad verhindern. Die mühevoll und über Jahre geplante Maßnahme wird nun abermals geprüft, gegebenenfalls umgeplant und möglicherweise umgebaut. Larsen fordert die Stadtverwaltung auf, nach Lösungen zu suchen. "Wir haben oft den Eindruck, dass viel Kraft aufgewendet wird, um Gegenargumente für sichere Radverkehrsmaßnahmen zu finden" gibt der ADFC-Vorstand zu bedenken.

 

Weitere Details zu SrV 2018 in Dresden

  • 61% höhere Kilometerleistung: Besonders auffällig sind die Entwicklungen im Radverkehr im Detail: 2018 radelten die Dresdner*innen jeden Werktag 1,2 Mio. Kilometer - 61% mehr als noch fünf Jahre zuvor (764.000 km).
  • Mehr Rad zu Kita und Schule: Einen großen Sprung machen die Wege zu Kita und Schule. Für 27% dieser Wege nehmen die Dresdner*innen inzwischen das Fahrrad. 2013 lag dieser Wert noch bei 12%. Aber auch beim Weg zur Arbeit ist eine deutliche Steigerung zu verzeichnen (2013: 16%, 2018: 21%). Auch auf Wegen zum Einkauf wird das Rad inzwischen für 15% aller Wege genutzt (2013: 9%).
  • Zunahme in allen Altersgruppen: Besonders stark ist die Zunahme der Radnutzung in der Altersgruppe der 15 - 25-jährigen: Nutzten in dieser Gruppe 2013 das Rad bei 14% der Wege, liegt der Wer jetzt bei 28%. Aber auch in der Altersgruppe 65+ gibt es eine Steigerung: Von 5% der Wege 2013 auf 9% 2018.
  • Mit dem Rad durch den Winter: 12% der Wege zwischen Januar und März werden Dresden mit dem Rad zurückgelegt. 2013 lag der Wert noch bei 6%.
  • Ein Fünftel radelt täglich: Der Anteil der Dresdner*innen, die täglich Rad fahren, stieg zwischen 2013 und 2020 von 16% auf 20%.
  • Vor allem bei kurzen Wegen vorn: 27% der Wege zwischen 1 und 3 km werden in Dresden mit dem Rad zurückgelegt.