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Pressemitteilung des ADFC Dresden e.V. vom 13.10.2018

Die Königsbrücker Straße soll auf einem Abschnitt von etwa 500 m von der Kreuzung mit der Stauffenbergallee (Olbrichtplatz) bis zur Fabricestraße ausgebaut werden, u.a. um die letzte Gleisinfrastruktur-Lücke für künftige breite Straßenbahnwagen auf der Linie 8 zu schließen. Die Stadtverwaltung und die DVB laden am Montag, dem 15.10.2018 zur Einwohnerversammlung ein, wo ein Umbauplan (Vorlage V2272/18) vorgestellt wird. Der ADFC empfiehlt allen Einwohner/innen daran teilzunehmen.

Die vorgelegte Umbau-Variante sieht eine Verbreiterung des schon heute riesigen Straßenquerschnitts von 20 m auf 37 m vor. Fußgänger (darunter auch ÖPNV-Fahrgäste) sollen sich auf lange Querungszeiten von Insel zu Insel vorbereiten.

Drei konkrete Mängel im Umbau-Bereich, die im Radverkehrskonzept [siehe unten] enthalten sind, würden nicht beseitigt werden, das Radverkehrskonzept wird in der Vorlage nicht einmal mit einem Wort erwähnt. Der autobahnähnliche Charakter und die großzügigen Kurvenradien würden Autofahrer zum Rasen verleiten, was eine enorme Gefahr insbesondere für Fußgänger und Radfahrer darstellt. Dabei gehört der Umbaubereich zum dicht bewohnten Gebiet, was mit der künftigen 151. Oberschule direkt an der Kreuzung betont wird.

Der ADFC begrüßt zwar ausdrücklich weitere Investitionen ins ÖPNV-Netz in Dresden, denn als Teil des sogenannten Umweltverbundes sind Fußverkehr, Radverkehr, Bus- und Bahnverkehr platzsparende, sichere und stadtverträgliche Verkehrsformen. Der ADFC lehnt den Ausbau in der vorgelegten Form jedoch entschieden ab, weil nur Autoverkehr und ÖPNV davon profitieren würden. "Die Pläne schwächen den Umweltverbund insgesamt. Der ÖPNV-Ausbau ist nur sinnvoll, wenn Leute vom Auto auf den ÖPNV umsteigen. Hier wird stattdessen mit einer Steigerung des Autoverkehrs gerechnet," so Nils Larsen, Vorstandsmitglied des ADFC Dresden e.V.

"Die Stadtverwaltung legt nur eine Variante zum Durchwinken durch den Stadtrat vor. Sie ist das Ergebnis einer einseitigen Gewichtung der motorisierten Verkehrsarten, untermauert durch fragwürdige Verkehrsprognosen. Die Verkehrsprognosen sind deshalb fragwürdig, weil offensichtlich gar keine aktuellen oder Prognosezahlen für Fuß- und Radverkehr vorliegen. Außerdem erfordert eine echte bürgerschaftliche und politische Beteiligung mehrere verschiedene Umbauvarianten. Das Wachstum des Autoverkehrs wird als gegeben angenommen, obwohl es längst bekannt ist, dass viele Menschen in der Verkehrsmittelwahl flexibel sind. So würden die geplanten zwei statt einer Kfz-Spur zweifelsfrei mehr Kfz-Verkehr anziehen, wogegen attraktive Fuß- und Radverkehrsinfrastruktur mehr Leute überzeugt, das Auto freiwillig stehen zu lassen. Der ADFC unterstützt die Forderung des VCD, dass weitere Umbauvarianten vorgelegt werden müssen," führt Larsen weiter aus.

Konkrete Mängel aus dem Radverkehrskonzept:
https://www.radwatch-dresden.de/?id=772 ("Wie komme ich von der Königsbrücker Straße in die Buchenstraße/Rudolf-Leonhard-Straße?")
https://www.radwatch-dresden.de/?id=773 (Qualität und sichere Führung über Anschlussknotenpunkte)
https://www.radwatch-dresden.de/?id=787B (Das Problem - unübersichtliche Führung des Radverkehrs im Haltestellenbereich - wird zwar behoben, aber auf der anderen Seite der Stauffenbergallee erneut geschaffen)

Link zu Vorlage im Ratsinfosystem:
http://ratsinfo.dresden.de/vo0050.php?__kvonr=14982

Link zu Stellungnahme des VCD (Verkehrsclub Deutschland):
https://elbe-saale.vcd.org/der-vcd-in-elbe-saale/sachsen/ortsgruppe-dresden/news/stellungnahme-des-vcd-zur-vorplanung-knoten-koenigsbruecker-strstauffenbergallee-bis-suedlich-fabricestrasse/