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Auf bundespolitischer Ebene brachte das neue Jahr für den Radverkehr viele Fortschritte: Aus dem "Klimapaket" stehen den Kommunen deutlich mehr Fördermittel bereit als bisher, mit dem neuen Bußgeldkatalog werden Falschparker auf Radwegen deutlich stärker zur Rechenschaft gezogen und eine neue Verwaltungsvorschrift zur StVO gibt Städten und Gemeinden mehr Freiräume für gute Radinfrastruktur und auch bei Tempo 30. Doch wie sieht der ADFC die Entwicklungen für den Radverkehr 2021 in Dresden? Aus unserer Sicht fällt die Jahresbilanz gemischt aus.

icon hakenAn vielen Stellen in Dresden konnten Fortschritte für den Radverkehr erreicht werden, für die wir uns teilweise schon über viele Jahre einsetzen:

  • Nach jahrelangen Diskussionen vor Ort, mit der Stadtverwaltung und im Stadtrat, wurde endlich das illegale Parken am Elberadweg in Blasewitz unterbunden.
  • Neue Fahrradabstellanlagen gibt es seit September an den S-Bahn-Haltepunkten Pieschen und Trachau. Auch am Hauptbahnhof gibt es neue Fahrradbügel.
  • Nach Sperrung der Fabrikstraße im Sommer 2020 wurde auch auf unseren Druck hin eine Umleitung eingerichtet.
  • Die Stadtverwaltung hat hochwertige Standards für Radvorrangrouten entwickelt und diese erstmalig auf dem Kleinzschachwitzer Ufer umgesetzt. Es gibt damit endlich eine Fahrradstraße in Dresden. Die Standards sollen als nächstes auf einer Radvorrangroute Ost (Innenstadt-Tolkewitz) umgesetzt werden. Sie umfassen u.a. Vorfahrt (statt Rechts-vor-Links) für den Radverkehr, Poller gegen Kfz-Schleichverkehr und eine optische Gestaltung mit durchgängigen Markierungen.
  • Das Holperpflaster auf der Harkortstraße wurde durch Asphalt ersetzt.
  • Die Bautzner Landstraße erhielt während der Bauzeit eine kombinierte Bus-/Radspur Super für Radfahrer! Die Busspur geht auf eine CDU-Initiative zurück.
  • Die von den DVB betriebenen MOBIbikes sind erfolgreich. Immer mehr MOBIpunkte haben eine Luftpumpe, was auf eine Anregung von uns an den Petitionausschuss zurückgeht.
  • Dresden erhält Fördermittel für ein erstes Mikrodepot zur Erleichterung der Paketzustellung mit Transporträdern.
  • Die Julius-Vahlteich-Straße in Gorbitz hat nun durchgängig Radfahrstreifen.
  • Eine Verbesserung für Terrassenufernutzer Richtung Johnannstadt ist der neue Schutzstreifen am Terrassenufer, weil man nun durchgehend von der Augustus- bis zur Albertbrücke auf einer Radverkehrsanlage fahren kann. Die Gesamtumsetzung für den Radverkehr ist hier leider aber auch ein typisches Beispiel, dass man ohne dringende Not die Bedingungen für den Radverkehr an gleicher Stelle verschlechtert - dazu unten mehr.
  • Die Verkehrsbetriebe weisen auf mehreren Bussen den Überholabstand zu Radfahrenden von 1,5 m hin.

icon kreuzDoch es bleiben viele weitere "Baustellen" und halbherzige "Lösungen":

  • Die Stadtverwaltung streicht still und heimlich eine direkte und komfortable Rad-Verbindung zwischen Neustadt und Pieschen aus dem Radverkehrskonzept. Wir protestieren.
  • Ebenso still und heimlich wurde die Rad-Freigabe in der Einbahnstraße Pulsnitzer Straße rückgängig gemacht, obwohl die Straße wichtig für den Radverkehr ist und obwohl sie unlängst neu gestaltet wurde mit dem Auftrag, die Rad-Durchfahrt in beiden Richtungen zu erhalten.
  • Eine Verschlechterung für Elberadwegnutzer ist der neue Schutzstreifen am Terrassenufer, weil die bisherige Freigabe des Gehwegs (entgegen des Radverkehrskonzepts) entfernt wurde und man nun zweimal die Fahrbahn queren muss.
  • Eine Stadtratsmehrheit aus AfD, FDP, Freien Wählern und CDU beschließt, dass beim Radwegebau wegfallende Parkplätze zwingend kompensiert werden müssen. Ein Bremsklotz für den Radwegebau und aus unserer Sicht klar rechtswidrig: Wir schalten die Kommunalaufsicht ein.
  • Beim Umbau der Nürnberger Straße plant die Stadt Radwege mit Minimalbreite, trotz dichtem Radverkehr. ADFC mit Infoabend, Banneraktion und Petition.
  • Der Radverkehr auf dem Elberadweg war auch 2021 wieder durch zahlreiche Sperrungen unterbrochen, unter anderem durch den "Skiweltcup", dem auch nach Jahren eine sichere Umleitung fehlt.
  • Die Stadt treibt Planungen zum autogerechten Ausbau der Hamburger Straße am Haltepunkt Cotta nach 20 Jahre alten Plänen voran. Einwände des ADFC werden zerredet.
  • Der Stadtratsbeschluss für Radwege auf dem Blauen Wunder jährt sich im Dezember das 20. Mal. Der ADFC protestiert vor Ort.
  • Der Lückenschluss am Fetscherplatz zwischen Pillnitzer und Borsbergstraße lässt weiter auf sich warten. Er wurde 2015 beschlossen und wird seit 2018 jährlich angekündigt - jeweils für nächstes Jahr.
  • Der ADFC-Fahrradklima-Test bescheinigt Dresden kaum Verbesserungen.
  • Es wurden 2021 nur 13 Maßnahmen des Radverkehrskonzepts umgesetzt, davon 4 teilweise. Für die ursprünglich vorgesehene Erledigung des Konzeptes innerhalb von 10 Jahren wären 45 Maßnahmen pro Jahr erforderlich. Bleibt die Umsetzungsgeschwindigkeit so niedrig wie bisher, wird das Konzept erst im Jahr 2051 komplett umgesetzt sein.

Weitere Aktivitäten des ADFC Dresden im Jahr 2021

  • Unser Reisezeitplakat zeigt die Reisezeiten mit dem Rad für alle wichtigen Routen in Dresden: Jetzt kaufen!
  • Zum Weltfahrradtag demonstrieren wir an fünf Stellen für provisorische Radwege statt ewiger Planungen.
  • Über 1.000 Teilnehmer bei der Rad-Sternfahrt und Kinderfahrrad-Demo im September.
  • Bei Frieda & Friedrich, das Lastenrad-Verleihsystem des ADFC Dresden, sind inzwischen 20 Räder buchbar.
  • Visualisierung, Befragung und Vorschläge zu bevorzugten Radwegen auf der St. Petersburger Straße.
  • Der ADFC gibt eine aktualisierte und erweiterte Auflage der Radwegekarte Berlin-Dresden heraus.
  • Wir haben gemeinsam mit den Radfahrern die neuen Radwege auf der Albertstraße gefeiert.
  • Unsere AG Fahrradcodierung verdoppelt die Zahl der codierten Räder. Das Angebot ist beliebt wie nie.
  • Auch die AG Löbtau Dresden-West, AG Radtourismus, AG Instagram und AG Verkehr arbeiten weiter und treffen sich online oder 'offline' je nach Coronalage.
  • Der ADFC Dresden begrüßt zahlreiche neue Mitglieder: Im Dezember sind wir 4.500 Mitglieder.

Aktivitätskarte des ADFC DresdenDie ADFC-Erfolge in der Stadt dokumentieren wir auf unserer Karte der Erfolge und Aktivitäten (www.adfc-dresden.de/karte) - klicken Sie auf die Abbildung rechts!

Damit es in Dresden mit dem Radverkehr zügiger vorangeht, muss noch einiges getan werden. Nötig ist auch Druck "von unten". In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass der ADFC Dresden dabei durchaus unterstützend wirken kann: Sieben neue Radverkehrsplaner in der Stadt, die Verabschiedung eines Radverkehrskonzepts und viele kleine Details - ohne den ADFC wären sie nicht da. Wir können jede Unterstützung gebrauchen - ganz gleich, ob finanziell oder persönlich.

Noch bis Mitte Januar läuft unsere Aktion mit einem auf 19,50€ reduzierten ADFC-Beitrag im ersten Jahr der Mitgliedschaft.
Werde jetzt Teil der Bewegung: www.adfc.de/einstieg und Code 42-B21.

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