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Pressemitteilung des ADFC Dresden e.V. vom 19.04.2020

Während viele Dresdner in der Corona-Krise den Vorteil des Radfahrens erkennen und einfach umsteigen, nutzt das Straßen- und Tiefbauamt der Landeshauptstadt Dresden die geringe Verkehrsdichte um Baumaßnahmen duchzuführen. Vor wenigen Wochen entfernten Arbeiter die Rad-Schutzstreifen auf der Glacisstraße. Dieser Rückschritt auf einer wichtigen Radroute kommt für viele überraschend, auch für Wolfgang Fröb vom Vorstand des ADFC Dresden.

"Die Entfernung der Schutzstreifen auf der Glacisstraße kommt für uns völlig überraschend." sagt Fröb. "Andere Städte nutzen die geringe Verkehrdichte im Moment, um mit wenig Aufwand das Radwegenetz zu ergänzen. Das Straßen- und Tiefbauamt macht das Gegenteil: Es schafft eine neue Lücke."

Für etwa 6.000 Menschen führt der alltägliche Weg mit dem Fahrrad über die Glacisstraße, schätzt der ADFC. Direkt an der Straße befindet sich das Heinrich-Schütz-Konservatorium und das Kleine Haus, mehrere Schulen in unmittelbarer Nähe. All dies sind stark frequentierte Orte, auch mit dem Rad. Die Albertbrücke mit knapp 10.000 Rad-Querungen täglich ist darüber hinaus einer der wichtigsten Zubringer zur Glacisstraße. Um die Wege mit dem Rad zu erleichtern, richtete die Stadtverwaltung Ende 2019 zwischen Glacis- und Alaunstraße eine Ampelquerung ein. Schon viele Jahre warten Anlieger und Rad-Pendler darauf, dass nun auch in der Glacisstraße etwas für die Sicherheit des Radverkehrs getan wird. Dafür müsste die Stadtverwaltung die bisher unzureichende Markierung mit "Schutzstreifen" verbessern und den Abstand zu parkenden Autos erhöhen.

"Statt aber im Sinne des Radverkehrskonzepts den Mangel zu beheben und einen sicheren Radweg für die zahlreichen Schüler, Studenten und Berufspendler anzubieten, wurde nun nur der Streifen weggefräst - ohne Ersatz. Darin kann ich nichts als eine Kapitulation der Verkehrssicherheit erkennen." ist ADFC-Vorstand Fröb empört.

Bisher erreichte der markierte Schutzstreifen immerhin eine optische Verengung der Fahrbahn. Autofahrer seien dadurch aufmerksamer und weniger schnell unterwegs gewesen. Zwar führte der Schutzstreifen in der bisherigen Form zu nah an parkenden Autos vorbei. Ihn ersatzlos zu entfernen, widerspricht jedoch fundamental dem Ziel der Senkung von Unfallzahlen. Verwundert ist Fröb auch, wieso auf der Glacisstraße noch immer Tempo 50 erlaubt seien. Im "Radverkehrskonzept Innenstadt" habe sich die Stadtverwaltung bereits im Jahr 2010 vorgenommen, auf der Glacisstraße Tempo 30 anzuordnen.

"Wenn die Stadtverwaltungen es auch nach zehn Jahren noch nicht geschafft hat, die erlaubte Geschwindigkeit auf 30 km/h herabzusetzen, so frage ich mich ernsthaft, wie lange wir auf der Glacisstraße noch auf sichere Radwege warten sollen. Offensichtlich scheint bisher ja keine Planung in der Schublade zu liegen. Oder glaubt der Baubürgermeister ernsthaft, dass die Eltern der Musikschulkinder und der Schulen in der Umgebung ihren Nachwuchs mit gutem Gewissen auf dem Rad mitten in den Autoverkehr schicken?" spitzt Fröb das Problem auf der Glacisstraße zu.

Aktuell sind vom Dresdner Radverkehrskonzept erst 9,6% realisiert. Der ADFC ist überzeugt: Statt nun bereits realisierte Radinfrastruktur zurückzubauen, sollte der Fokus aller Beteiligten darauf liegen, bekannte Unfallschwerpunkte und Sicherheitsmängel im Straßennetz zu verbessern. Der ADFC Dresden fordert den Baubürgermeister daher dazu auf, die Arbeit seiner Ämter stärker auf die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu fokussieren.

 

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