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Ledersättel einfahren

Ledersättel sind eine feine Sache. Sie passen sich der Anatomie des Fahrers an. Solch angepasste Sättel sind natürlich ein Traum! Ein neu gekaufter Sattel hat aber eine Einheitsform, die meißt überhaupt nicht passt. Der Sattel muss erst eingeritten werden. Mit etwas Aufwand lässt sich die mitunter schmerzvolle Einreitphase verkürzen.

Benötigt werden

  • Sattelfett (Lederfett)
  • alter Lappen
  • alte Hosen
  • Zeit

Bestreichen Sie die Unterseite des Sattels kräftig mit Sattelfett und lassen Sie es ca. 8 Stunden einwirken. Anschließend walken Sie die Oberseite des Leders mit einem Hammerstiel oder ähnlichem auf der weich. Fahren Sie direkt dannach einige Zeit (mindestens ½ bis 1 Stunde) mit dem Rad. Nach der Tour behandeln Sie die Oberseite erneut mit Sattelfett und lassen es über Nacht einwirken.

Am nächsten Tag entfernen Sie das überflüssige Fett und fahren eine weitere Runde. Wiederholen Sie dieser Vorgang ggf. mehrere Male.

Der Ledersattel sollte alle 2 Monate nachgefettet werden.

Hinweis: Beim Einfahren die alte Hose anziehen!

 

Einstellen von Felgenbremsen

Wenn die Bremsen abgenutzt sind, schief stehen oder quietschen, sollten sie neu eingestellt werden. Dazu braucht man nur einen entsprechenden Mutter- oder Innensechskantschlüssel und ein Stück Pappe.

Um die Gummis zu wechseln, sollte das Bremsseil ausgehangen werden. Dazu ist es hilfreich, wenn man die Bremse an der Einstellmutter am Bowdenzug (meist am Bremshebel) ganz locker stellt. Dann den Gummi austauschen und das Seil wieder einhängen. Bei manchen Gummis ist eine Laufrichtung vorgegeben (Pfeil), die beachtet werden muss.

Damit die Bremse nicht quietscht, sollte der Bremsgummi nicht ganz parallel zur Felgenfläche stehen. Die Justierung des Bremsschuhs erfolgt folgendermaßen:

  • Mutter am Bremsschuh so weit lösen bzw. anziehen, dass der Bremsschuh nicht mehr von allein verrutscht, sich jedoch noch verstellen lässt.
  • Bremsschuh so stellen, dass er bei angezogener Bremse auf die Mitte der Seitenfläche der Felge greift. Er darf nicht am Reifen schleifen, der wird sonst zerstört (Unfallgefahr!!!). Ein zu tief stehender Bremsschuh kann in die Speichen rutschen, was ebenfalls verheerende Folgen haben kann.
  • Den Bremsschuh nun so verstellen, dass zuerst die vordere Kante die Felge berührt, die hintere Kante des Bremsschuhs aber noch 1-2 mm Abstand zur Felge hat. Die Justierung kann man sich erleichtern, wenn man zwischen Felge und Hinterkante des Bremsschuhs ein Stück Karton oder einen Streichholz klemmt und den Bremshebel zieht.
  • Schraube bzw. Mutter festziehen, ohne die Position des Bremsschuhs zu verändern (das ist das größte Problem).
  • Bremse an der Einstellmutter am Bowdenzug so einstellen, dass sie nicht die Felge berührt und der Bremspunkt Euren persönlichen Gewohnheiten entspricht.

Achtung: eine falsch eingestellte Bremse oder ein Vergessen des Einhängen des Bremsseils kann zu bösen Überraschungen führen. Also Bremsen vor der Fahrt auf sicherem Terrain ausprobieren!

 

Zentrieren der Laufräder

Speichen verschleißen mit der Zeit - sie werden länger. Irgendwann bekommt das Rad einen Seiten- oder einen Höhenschlag. Dann muss nachzentriert werden.

Dazu braucht man einen Nippelspanner und ein Fahrrad mit Felgenbremse und Geduld. Besser als eine Felgenbremse ist ein Zentrierständer (Selbsthilfewerkstätten).

Zuerst sollte der Höhenschlag beseitigt werden, dann der Seitenschlag.

Als erstes Reifen samt Schlauch demontieren. Dann die Stelle mit der größten Beule suchen. Für Seitenschlag bietet Felgenbremse ein gute Vergleichsmöglichkeit (Rad langsam drehen). Filzstift oder Kreide können hilfreich sein, um bei sich drehendem Rad Beulen zu markieren.

Meist sind von einer Delle mehrere Speichen betroffen, sie alle müssen nachgespannt werden. Im Idealfall haben alle Speichen die gleiche Spannung. Die Spannung lässt sich kontrollieren, in dem zwei sich kreuzende Speichen zusammengedrückt werden. Dabei sollte sich mit viel Kraft der Kreuzungspunkt ca 1 cm verschieben.

Höhenschlag:
  • Schlag nach innen: Beide Seiten (links und rechts) lockern.
  • Schlag nach außen: Beide Seiten spannen.

Wichtig ist die Reihenfolge, zuerst Schlag nach innen lockern und erst dann Schlag nach außen spannen.

Seitenschlag:
  • Schlag nach rechts: die rechten Speichen lockern, die linken entsprechend spannen,
  • Schlag nach links: links lockern, rechts spannen.

Nur die Speiche auf der Seite der Delle mit dem Nippelspanner spannen. Nicht allzu stark auf einmal anziehen, lieber in mehreren Schritten vorgehen. Wenn die Speiche schon sehr straff ist, kann die Gegenseite gelockert werden.

Drehrichtung (von innen her gesehen):
  • Speiche spannen - Linksdrehung (gegen Uhrzeigersinn)
  • Speiche lösen - Rechtsdrehung (im Uhrzeigersinn)

Wenn allen Dellen beseitigt worden sind, sollte das Laufrad abgedrückt werden. Dazu das Rad auf den Boden legen und mit beiden Händen kräftig auf die Felge drücken. Danach das Rad umdrehen und nochmal drücken. Jetzt prüfen, ob es noch Seitenschlag vorhanden ist. Wenn ja, neu zentrieren und erneut abdrücken bis kein Schlag mehr vorhanden ist.

Damit das Rad dauerhaft rund bleibt, müssen sich die Speichen setzen. Eine flotte Runde mit maximalem Luftdruck auf Kopfsteinpflaster bis das anfängliche Ächzen und Knarren vorbei ist reicht dafür. Danach muss nachzentriert und die Prozedur wiederholt werden. Das Rad müsste dann wieder einige Tausend Kilometer halten.

 

Kettenschaltung einstellen

Eine gute Anleitung , wie Kettenschaltungen eingestellt wreden können findet sich auf WikiPress:

 

Weitere Techniktipps

Weitere Tipps (Einspeichen und Zentrieren der Räder, Bestimmung des Lochkreisdurchmessers der Kurbel, das richtige Drehmoment für sicherheitsrelevante Schrauben finden, Inspektionscheckliste) gibt es beim ADFC-Fachausschuss Technik:

oder hier: