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Radverkehr auf der AlbertbrückeFahrradclub fordert gezielte Förderung des Radverkehrs

Am Freitag wurden im Bundesverkehrsministerium die Ergebnisse des Fahrradklimatests vorgestellt. Bei der Erhebung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) konnten Radfahrer die Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt selbst bewerten.

Unter den deutschen Großstädten über 200.000 Einwohner erreichte Dresden lediglich Platz 21. In der Landeshauptstadt hat sich der Radverkehr seit 1991 mehr als verdreifacht; aufgrund dessen erhielten die Breite der Radwege und Wartezeiten an Ampeln deutlich schlechtere Noten als noch vor sieben Jahren. „Die steigende Beliebtheit des Fahrrads sorgt dafür, dass die Infrastruktur dem stark zunehmenden Radverkehr oft nicht mehr gewachsen ist“, sagt Konrad Krause, Sprecher des ADFC Dresden. Ebenso haben sich in den Augen der Nutzer die Transportmöglichkeiten für Fahrräder im Öffentlichen Nahverkehr verschlechtert. Auch die niedrige Aufklärungsquote beim Fahrraddiebstahl quittierten Dresdens Radfahrer mit einer schlechteren Bewertung im Vergleich zu 2005.

Konflikte mit Kraftfahrzeugen bewerteten die Radfahrer mit Note 4,3, während die Stadt für ihr geringes Engagement gegen parkende Autos auf Radwegen Note 4,5 erhält. Schon zum letzten Fahrradklima-Test erhielten beide Kategorien ähnlich schlechte Noten. Auch das Engagement der Stadt für den Radverkehr halten Dresdens Radfahrer noch für ausbaufähig (Note 4,3).

Besser bewertet wurde insbesondere die Erreichbarkeit des Stadtzentrums und die Zügigkeit des Radfahrens. Auch die Wegweisung von Fahrradrouten wurde im Vergleich zu 2005 mit besseren Noten belohnt.

Der ADFC Dresden fordert angesichts der mittelmäßigen Ergebnisse mehr Engagement von der Stadtverwaltung und eine stärkere Berücksichtigung des Radverkehrs durch die Politik: „Der Radverkehrsetat in Dresden reicht vorn und hinten nicht. Während in den letzten Jahren Millionen Euro in Autoprojekte investiert wurden, haben wir einen Sanierungsstau im Radverkehrsnetz. Auf zahlreiche Straßen in der Stadt trauen sich nur hartgesottene Radfahrer. Viele zum Teil erst neu gebaute Kreuzungen bergen großes Konfliktpotential und an den meisten Stellen in der Stadt fehlen Parkmöglichkeiten, um das Fahrrad sicher abzustellen. Dresden muss sich aktiver für eine Verbesserung einsetzen, wenn es in der Liga der fahrradfreundlichen Städte mitspielen will“, findet der ADFC-Sprecher.

Der Fahrradklima-Test fand 2012 zum fünften Mal statt. Mit ihren Antworten auf 27 Fragen in fünf Kategorien konnten die Teilnehmer anhand von Schulnoten zwischen 1 und 6 beschreiben, wie willkommen sie sich auf den Straßen ihrer Städte fühlen. Bei der Untersuchung, an der in Sachsen mehr als 3.000 Radfahrer teilgenommen haben, beteiligten sich bundesweit mehr als 80.000 Menschen – beim letzten Fahrradklima-Test 2005 waren es 26.000 Teilnehmer.

Deutschlandweit rangieren die sächsischen Städte im unteren Mittelfeld. Platz 1 in Sachsen erreichte Leipzig, Zwickau erhielt die mit Abstand schlechteste Benotung und erreicht unter den 252 teilnehmenden deutschen Städten mit weniger als 100.000 Einwohner Platz 251. Im bundesweiten Vergleich rangieren Münster, Freiburg im Breisgau und Karlsruhe auf den vorderen Plätzen.