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30-b-150ADFC möchte Radverkehr auf der Fahrbahn statt auf Gehwegen

Ein aktueller Unfall am Albertplatz, bei dem ein Radfahrer durch einen Zusammenstoß mit einem Fußgänger stürzte und sich tödlich verletzte, zeigte es wieder: Auch zwischen nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern kann es zu gefährlichen Kollissionen mit schweren Folgen kommen. Leider wird diese Gefahr von der Landeshauptstadt Dresden systematisch unterschätzt oder ignoriert. Gerade ältere Fußgänger sind durch Radverkehr auf Gehwegen oft verunsichert und fühlen sich gefährdet. Beschwerden werden von der Stadt aber anscheinen nicht ernst genommen: Über die Hälfte (62%) aller Radverkehrsanlagen in Dresden müssen sich Fußgänger und Radfahrer teilen.
Von den 370 Kilometer umfassenden Radverkehrsanlagen in Dresden sind 150 Kilometer Gemeinsame Geh- und Radwege und 81 Kilometer für Radfahrer freigegebene Gehwege.

Der ADFC Dresden wirbt seit langem dafür, dass der Radverkehr auf der Fahrbahn geführt wird. Beispielsweise auf Radfahrstreifen. Auch die Richtlinien lassen gemeinsame Wege von Fußgängern und Radfahrern nur im Ausnahmefall zu. Auf Hauptrouten, in Geschäftsstraßen oder bei einem hohen Anteil Radverkehr verbieten die Richtlinien gemeinsame Wege von Radfahrern und Fußgängern.

 

Diese eigentlich sofort einleuchtenden Regeln werden von der Landeshauptstadt Dresden viel zu oft nicht beachtet. Beispiel Antonstraße: Statt des ungeeigneten Gehweges wie heute sieht das Radkonzept Radfahrstreifen vor - umgesetzt ist in den zwei Jahren seit Beschlussfassung nichts. Beispiel Schweriner Straße: Konnte man vor dem Umbau noch die Fahrbahn nutzen, soll man sich heute auf dem Gehweg entlangschlängeln. Beispiel Leipziger Straße: Die von der Stadt dort vor wenigen Jahren angelegten gemeinsamen Rad- und Gehwege hielten einer sorgfältigen Prüfung durch die Straßenverkehrsbehörde nicht stand. Jetzt darf man zwar die Fahrbahn benutzen, doch sind die Spurbreiten so eingerichtet, dass man auf dem Rad knapp überholt wird.

 

"Wenn die Stadt in dieser fehlerhaften Weise weiter plant und baut, schafft sie Konfliktflächen, die später teuer wieder umgebaut werden müssen" sagt Konrad Krause vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). "Wir wünschen uns eine Planungskultur, die sich auf steigende Radverkehrsmengen einstellt. Fußgänger und Radfahrer dürfen nicht auf schmale, ungeeignete Seitenräume und Gehwege zusammendrängt werden. Außerdem brauchen wir in Dresden endlich sichere und komfortable Radverkehrsverbindungen, damit die Fußgängerzonen vom schnellen Radverkehr entlastet werden."