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twitterPressemitteilung des ADFC Dresden e.V. vom 18. Oktober 2016

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Dresden wird am Donnerstag, 20. Oktober kurz nach 15 Uhr mit der Aktion "(Keine) Verbesserung des Radverkehrs in Loschwitz" am Blauen Wunder auf die fehlende sichere und komfortable Führung des Radverkehrs aufmerksam machen. Mitglieder des ADFC werden provisorisch einen Radfahrstreifen auf die Fahrbahn aufbringen und während der 10-minütigen Sperrung testen. Treffpunkt ist der Brückenkopf auf der Loschwitzer Seite.

Radfahren auf der Brücke ist nur auf der Hauptfahrbahn erlaubt. "Die Freigabe der Gehwege kommt für den ADFC nicht in Frage, weil die Fußgänger gestört und gefährdet werden. Auf der Hauptfahrbahn ist aber genug Platz für Radfahrstreifen, denn es erschließt sich uns nicht, warum aktuell zwei Fahrspuren Richtung Schillerplatz erforderlich sind, wenn eine Spur Richtung Körnerplatz reicht." sagt Nils Larsen, Vorstandsmitglied im ADFC Dresden. "Dass die jetztige Verkehrsführung katastophal ist erkennt man daran, dass man es nicht schaffen wird, z.B. einem Elfjährigen zu erklären, wie er sicher über die Brücke fährt. Eine solche Infrastruktur ist diskriminierend."

Im letzten Jahr feierte Dresden "700 Jahre Loschwitz". In diesem Jahr steht das nächste große Jubiläum an: Im Dezember vor fünfzehn Jahren wurde der Stadtratsbeschluss "Verbesserung des Radverkehrs in Loschwitz" einstimmig verabschiedet! Der Kernsatz lautet schlicht:

"Im Zuge der Mordgrundbrücke bis Weißig sowie vom Schillerplatz bis zum Körnerplatz mit Anbindung an den Elberadweg ist eine verkehrssichere Radwegführung ordnungsrechtlich bzw. baulich zu entwickeln."

Der ADFC ist zwar nicht in Feierlaune, auf das Jubiläum des vermutlich ältesten nicht umgesetzten Stadtratsbeschlusses möchten wir aber gebührend aufmerksam machen!

Der Termin ist zur Foto- und Filmberichterstattung besonders geeignet. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain und Personalbürgermeister Dr. Peter Lames sind zur Kundgebung eingeladen.

 

Hier einige Fakten:

  • Stadtratsbeschlüsse vor Juli 2009 stehen nicht im Ratsinformationssystem. Wir haben den Beschluss zum Radverkehr in Loschwitz mit den 15 (!) Beschlusskontrollen auf unserer Webseite dokumentiert.
  • Für den Teilaspekt Blaues Wunder erspart eine Lesefassung die Durchsicht von fünfzehn mehrseitigen Beschlusskontrollen.
  • Als Gründe für die Nichtumsetzung wurden bisher u.a. genannt: fehlendes Geld (Oktober 2002), die Flut (Oktober 2003), die Geländerhöhe (Mai 2007), die nicht fertiggestellte Waldschlösschenbrücke (Juli 2011), das fehlende Radverkehrskonzept (Juli 2015). Fertige Planungen wurden mehrfach vermeldet, ebenso die baldige Realisierung.
  • zum Zeitpunkt der Verabschiedung des Stadtratsbeschlusses im Dezember 2001 fuhren täglich ca. 9000 Kfz mehr über die Brücke als heute (2001: ca. 37000 2015: ca. 28000).
  • Das Blaue Wunder passieren ca. 2500 - 3000 Fahrräder pro Tag.
  • Im Sommer 2015 wurden "umfangreiche Verkehrsnetzbetrachtungen" im Stadtplanungsamt abgeschlossen und eine Vorlage für den Stadtrat für das dritte Quartal 2015 angekündigt, sie fehlt bis heute.
  • Sowohl der Schillerplatz, das Blaue Wunder selbst als auch der Körnerplatz sind seit langem Unfallschwerpunkte (siehe Antwort auf die Anfrage: EWA0059/16 Radverkehr auf dem Blauen Wunder). Betroffen sind vor allem Radfahrende.
  • Fotos zum Radverkehr auf dem Blauen Wunder auf flickr.
  • Weitere Informationen zum Radverkehr im Ortsamtsgebiet Loschwitz (Übersicht zum Jahresbeginn 2016)